Die zwischen Harz und Thüringer Wald lebenden Menschen sind es seit Generationen gewohnt, kulturelle Einflüsse aus allen Himmelsrichtungen aufzunehmen und ihnen eine eigene Prägung zu geben. Die Baustile von der Gotik bis zum Historismus, regionale Besonderheiten von Niedersachsen bis Süddeutschland und nicht zuletzt die Zweckbestimmung vom repräsentativen Rathaus bis zum Tagelöhnerhaus haben eine Fülle an Fachwerkgestaltungen geschaffen.
So sind die streng gegliederte Konstruktion und die Palmette als Merkmale des niedersächsischen Fachwerks in Stolberg und Worbis am deutlichsten spürbar. Wanfried, einst Endpunkt der Werra-Weser-Schifffahrt, spiegelt diese Kontakte auch in seinem Fachwerk wider. Ein seltenes Beispiel für das kurzzeitige Wiederaufleben der Fachwerkbauweise am Ende des 19. Jh. ist die ehemalige „Kalistadt“ Bleicherode. „Thüringer Leiter“ und „Wilder Mann“ als konstruktive Fachwerkelemente gewinnen von Mühlhausen über den Werrabogen mit Treffurt und Vacha an Bedeutung. In Schmalkalden schließlich dominiert ein aus hessischen und fränkischen Elementen geprägter Sonderstil den historischen Stadtkern.
Auf seiner Reise kann der Besucher in allen acht Städten liebevoll restauriertes Fachwerk und eine Vielzahl steinerner Zeugen der Geschichte bewundern, auf den Spuren historischer Persönlichkeiten wandern, die Gastfreundschaft der Einheimischen genießen und sich in einer abwechslungsreichen Mittelgebirgslandschaft erholen.
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